DAS Theater an der Effingerstrasse

Rot

John Logan

Schauspiel
(Produktion Theater Baden-Baden) Schweizer Erstaufführung

Premiere: 20.02.2013
Inszenierung: Stefan Huber
Bühnenbild: Stefan Huber/Heike Seidler
Kostüme: Heike Seidler

Darsteller

Berth Wesselmann, Alen Hodzovic

Stückinfo
Mark Rothko, einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts, erhält im Jahr 1958 den höchstdotierten Auftrag seines Lebens: Für das exklusive Restaurant «Vier Jahreszeiten» im New Yorker Seagram Gebäude, das von den Stararchitekten Mies van der Rohe und Philip Johnson entworfen wurde, soll er eine Reihe von Wandbildern kreieren. Schnell allerdings drängt sich dem menschenscheuen Maler die Frage auf, ob dieser Auftrag für ihn zur Chance oder zum Fluch seines Lebens wird. Um Hilfe für diverse Arbeiten an dem bedeutenden Projekt zu erhalten, stellt Rothko einen neuen Assistenten ein. Ken ist ein junger Kunstmaler und muss nun für den grossen Meister Leinwände aufziehen, Farben mischen, Pinsel waschen – und Mark Rothko ertragen: die brüskierende Mischung aus Genialität, Besessenheit, Selbstherrlichkeit und Arroganz, aber auch die Verletzlichkeit des reifen Künstlers angesichts junger Kollegen, die erfolgreich neue Wege gehen…
Presse

Brigitta Niederhauser, Der Bund

"Spannend wie ein Krimi ist das Erfolgsstück aus dem New Yorker Atelier des russischstämmigen Malers, das nun das Theater an der Effingerstrasse in einer Inszenierung des Theaters Baden-Baden als Schweizer Erstaufführung zeigt....Regisseur Stefan Huber, in Bern bekannt für seine erfolgreichen Inszenierungen von "Altweiberfrühling" und des Musicals "Gotthelf", zeigt einen Rothko, dessen Genialität ebenso augenscheinlich ist wie seine Verzweiflung über die Gewissheit, dass irgendeinmal das Schwarz das Rot verdrängen wird. Eine Verzweiflung, die Hubers Rothko manchmal mit viel Mozart zu dämpfen versucht. Als raumfüllender Brocken setzt sich Berth Wesselmann als Rothko in Szene, dem der schmale Alen Hodzovic in der Rolle des Assistenten erst mit viel bubenhafter Wendigkeit begegnet. Eine Taktik, die ihm aber schnell ausgetrieben wird und die er am Ende virtuos mit hart erkämpftem Selbstbewusstsein ersetzt. ...Als Sparringpartner, der keiner sein will, läuft Wesselmann dabei zu einer beeindruckenden Hochform auf, gebärdet sich als massloser egozentrischer Berserker und ist gleichzeitig nicht weniger imposant, wenn er verstummt und die Lektion kapiert, die ihm erteilt wird. Eine hinreissende Lektion erhält auch das Publikum..."

Fritz Vollendender, seniorweb.ch

"...Ein szenisches Schulbeispiel für die Kraft der Sprache und die Dialektik der Argumentation läuft vor Augen und Ohren der Zuschauer in grossem Tempo ab, einem Tempo, dass allerdings auch der nichtverbalen Kommunikation Zeit und Raum lässt...Für die Inszenierung dieses pausenlos ablaufenden packenden Spiels zeichnet Stefan Huber verantwortlich, nicht nur in der Schweiz mit gutem Namen, unter anderem als versierter Musical-Regisseur. Zusammen mit der Kostümdesignerin Heike Seidler schafft er auch einen Spielraum, das Atelier Mark Rothkos. Utensilien und Riesenleinwände (aber darunter kein einziges Rothko-Bild, von allen ist nur die Rückseite sichtbar), vor allem aber Farbe, Licht und Musik bauen eine geistig-emotionale Grundstimmung auf zum doch immer wieder anspruchsvollen, auch harten dialogischen Geschehen.