Bad Hersfelder Festspiele

Kiss me, Kate

Cole Porter/Samuel und Bella Spewack

Musical

Premiere: 18.06.2014
Inszenierung: Stefan Huber
Musikalische Leitung: Christoph Wohlleben
Choreographie: Melissa King
Bühnenbild: Stephan Prattes
Kostüme: Susanne Hubrich/Andrea Wagner
Lichtdesign: Ted Meier
Sounddesign: Christian Stader

Darsteller

Thomas Borchert, Katharine Mehrling, Milica Jovanovic, Marie-Anjes Lumpp, Sascha Luder, Karl Heinz Herber, Gina Marie Hudson, Eric Lee Johnson, Hans-Christian Seeger, Thomas Schumann, Max Gertsch, Tom Schimon, Florian Soyka, Dominik Büttner, Meimouna Coffi, Alexandra Farkic, Joana Henrique, Erdmuthe Kriener, Nicky Milford, Samantha Turton, Marion Zollinger, Fredrik Andersson, Luke Giacomin, Christian Louis-James Hutter, Stefan Preuth, Frank Wöhrmann

Szenenfotos
Video
Presse

Karl Schönholtz, Hersfelder Zeitung

"Er hat es wieder getan. Mit seiner grandiosen Inszenierung von „Kiss me, Kate“ hat Stefan Huber den Bad Hersfelder Festspielen ein weiteres Glanzlicht aufgesetzt. Das restlos begeisterte Premierenpublikum feierte am Mittwochabend ein kunterbuntes Feuerwerk von wunderbaren Gesangsnummern, energiegeladenem Spiel und mitreißenden Choreographien. Vor zwei Jahren hatte der gefragte Musical-Regisseur mit „Anatevka“ in der Stiftsruine höchst erfolgreich debütiert.„Kiss me, Kate 2014“ lebt in erster Linie vom funkensprühenden Beziehungsgeflecht der beiden Hauptfiguren Lilli Vanessi (Katharine Mehrling) und Fred Graham (Thomas Borchert). Sie die Kratzbürste, die hinter ihrer Wut ein liebebedürftiges Sensibelchen versteckt, er der großmäulige Egomane, der durch Überheblichkeit mangelnden Erfolg vergessen machen möchte. Beide Darsteller bauen ihre Figuren behutsam auf, um sich im Laufe des Abends stetig zu steigern: Beim Schlussapplaus ist man sich sicher, lange kein solch großartiges Paar erlebt zu haben. Üppiger als diesmal war Musical selten bei den Festspielen: Bühnenbild, Kostüme, Tanzszenen – all das gibt dem Auge ohne Unterlass zu tun, alles ist detailliert ausgearbeitet und sitzt perfekt. Huber gibt dem Affen zudem tüchtig Zucker: Er arbeitet mit Dialekten, Hersfeld-Witzen, unmissverständlichen Gesten und Griffen bis unter die Gürtellinie, und er lässt zu, dass beim Gesang mitunter die Persiflage Oberhand gewinnt. (...) Gleichwohl versteht er es, der Überzeichnung dort die Grenze zu setzen, wo der Charakter spielerisch deutlich und entwickelt werden muss. (...)"

Peter Krüger-Lenz, Göttinger Tageblatt

"Stefan Huber begeistert mit „Kiss Me, Kate“. Jedes sommerliche Openair-Theaterspektakel braucht eine musikalische Produktion. Das klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt. Ein passendes Musical will gefunden werden, ein Regisseur, der es umsetzen kann, ein Ensemble, das alle Rollen bis hin zur kleinsten mit Engagement ausfüllt und ein Orchester, das mit Professionalität und Spaß dabei ist.(..) Bei den Bad Hersfelder Festspielen steht „Kiss Me, Kate“ auf dem Programm, eine Produktion, bei der das alles bis ins kleinste Detail stimmt, wie die Premiere am Mittwoch, 18. Juni, zeigte. (...) Leicht verdaulich, und für jeden ein Lied hinein geschrieben“, urteilte ein Theaterbesucher am Ende der Premierenvorstellung. Stimmt, aber dahinter steckt weit mehr: ein großartig arbeitendes Team. (...) Regisseur Stefan Huber hat das Werk, zu dem Cole Porter Ende der 50er-Jahre die Musik hitträchtig komponierte und das zu den bekanntesten und erfolgreichsten Broadway-Produktionen zählt, ungeheuer präzise inszeniert. Er hat einen schön rhythmischen Wechsel hinbekommen zwischen der Bühnenturbulenz der Commedia dell‘ Arte und den zarten berührenden Momenten zwischen Fred und Lilli. Und sein Ensemble ist perfekt besetzt.(...)"

osthessen.de

"Alle Register der Ruine gezogen - Glanzstück "KISS ME KATE" bei Festspielen. (...) „Another Op’nin’, another Show“: Der Eröffnungstitel des Musicals „Kiss me Kate“ trifft den Einduck nicht ganz, der bereits innerhalb der ersten Minuten in der Bad Hersfelder Premiere entsteht. Wieder einmal stellt die Musicalproduktion auf den Brettern der Stiftsruine bereits bei der Erstaufführung klar: dies ist alles andere als nur eine weitere Premiere oder eine Show von Vielen. Vielmehr ist mit dem Musical im Festspielprogramm auch in diesem Jahr ein ganz besonderes Glanzstück gelungen, in dem alle Register gezogen werden, die Theater im allgemeinen und Musiktheater im speziellen bieten. Vor allem aber sind es die Stärken der Stiftsruine die genutzt und inszeniert werden. Das Motiv des Stückes im Stück: Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“, wird von einer reisenden Theatergruppe aufgeführt. Dies lässt sich wiederum auf das spezielle Bad Hersfelder Umfeld projizieren. Stefan Hubers packt in seiner Inszenierung das Stück im Stück in eine weitere Schachtel ein: die Realität der diesjährigen Bad Hersfelder Festspiele. Und wieder einmal werden die Grenzen zwischen Theater und Wirklichkeit fließend: Auf der zunächst leeren Bühne entsteht durch mitgebrachte Requisiten in der ersten Szene Bad Hersfelder Theaterrealität; die Festpielkantine auf der einen Seite und die Garderobenräume auf der anderen. Im Zentrum bildet Stephan Prattes (Bühnenbild) die Kulisse der Stiftsruine selbst ab, eine Hommage an die theatralische Ästhetik der Klosterkulisse und ein faszinierendes Stilmittel im Spiel mit Phantasie und Wirklichkeit. Dieses Spiel ist auch in den zentralen Rollen des Musical-Klassikers angelegt. Es verlangt von den Darstellern eine breites Ausdrucksspektrum. Thomas Borchert (Fred Graham/Petruchio) und Katharine Mehrling (Lilli Vanessi/Kate) beweisen dies von Anfang an, und was noch mehr beeindruckt: sie schaffen es, den Spannungsbogen bis zur letzten Szene aufrecht zu erhalten. Die Technik des Stücks im Stück, also die Reflexion des Theaters durch das Theater selbst bietet aber auch vor allem eine große Chance auf darstellerischer Ebene: Sie versetzt in die Lage, frei und ungezwungen mit überzogenen Stilmitteln zu arbeiten. Die Darstellung einer übertriebenen Darstellung bietet im Schutz der Selbstironie ungeahnte Möglichkeiten des Ausdrucks und der Komödie (...)"

dpa

"Mit einem Comedy-Musical wie aus einem Guss haben die Bad Hersfelder Theaterfestspiele ihre Premieren-Reihe fortgesetzt. (...) Mehr als 1100 Zuschauer in der Stiftsruine fühlten sich in der locker-leichten Version des Klassikers «Kiss me, Kate» selbst über zweieinhalb Stunden am Mittwochabend bestens unterhalten.(...) Regisseur Stefan Huber, der erneut in Bad Hersfeld überzeugte, gibt dem 1948 uraufgeführten Broadway-Erfolg nach der Musik von Cole Porter einen eigenen Anstrich mit amüsanten zeitlichen und regionalen Bezügen. So werden die Eigenheiten des Festspielorts in den Text eingebaut und die Hauptdarstellerin babbelt auch mal hessisch.(...)"

Britta Steiner-Rinneberg, Rhein-Main-Taunus Onlinemagazin

"Was das Publikum zu sehen und zu hören bekommt, ist herrliches Theater im Theater, das im Riesenraum der Stiftsruine Regisseur Huber die Möglichkeit gab, die im Zentrum stehendende Komödie des Elisabethaners gleichzeitig mit den turbulenten privaten Auseinandersetzungen der Hauptdarsteller und dem Bühnentratsch in der Kantine zu zeigen. Das Vereinen der unterschiedlichen Spielorte, die normalerweise nacheinander zu sehen sind, klappte bestens, ließ die Augen der Zuschauer flink von einer Szene zur anderen wandern und den Akteuren beim Verkleiden, Schminken, Schimpfen, Streiten, Fluchen und Lästern höchst amüsiert zusehen: Heiteres Sommertheater, wie gestresste Besucher es sich wünschen, aber nur selten bekommen: Schwungvoll, witzig und lustig, leicht, aber nicht gänzlich problemlos, sondern mit berührenden kleinen Sentimentalitäten, einer virtuos aus dem Graben tönenden, eingängigen Musik und den berühmten Songs, die fast jeder kennt und vielleicht heimlich mitsingt. Will man mehr? (...) Regie führt Stefan Huber, der nicht nur zu den derzeit besten Musical - Regisseuren zählt, sondern vielen Besuchern auch von seiner zwei Jahre zurück liegenden großartigen „Anatevka "- Inszenierung her noch in in bester Erinnerung ist, in der Michael Schanze den Milchmann Tevje sang und spielte. Der aus der Schweiz kommende Regisseur hatte auch für seine zweite Hersfelder Einstudierung ein wunderbares und in jeder Hinsicht schlagkräftiges Ensemble zusammen gestellt, das während der überlangen, pausenlosen Aufführung keine Minute Langeweile aufkommen ließ. (...) Huber gelingt es, das auf zwei Ebenen spielende und in 18 Sprachen übersetzte Musical drei Stunden lang in Balance zu halten und die Zuschauer mit den bekannten Ohrwürmern „So in love", „Wo ist die liebestolle Zeit", „Kiss me,Kate" und „Schlag nach bei Shakespeare" zu verwöhnen. Der tobende Schlussbeifall galt dem mit erkennbarem Spaß agierenden großen Ensemble, vor allem aber den grandiosen Hauptakteuren: Der prominenten Musical-Darstellerin Katherine Mehrling, die als Schauspielerin Lilli Vanessa gesanglich und darstellerisch genauso begeistert wie als von allen gefürchtete, aggressive Kratzbürste Kate, der sie die notwendige Schlagkraft einer jederzeit Streitsüchtigen verleiht. Thomas Borchert, der seine geschiedene Frau als hünenhafter Fred Graham weit überragt, sucht als Hochzeiter Petruchio die ungebärdige Kate mit Stimmvolumen, Willensstärke, Mimik und behändem Spiel zu bändigen und in die gebotenen Schranken zu verweisen und zögert keine Sekunde, sie bei Bedarf auch mal kurz übers Knie zu legen! Welch eine Hochzeit, welch ein Paar! (...)"

Barbar Kern, blickpunkt musical

"Die zweieinhalb Stunden Spielzeit ohne Pause von ´Kiss Me, Kate´ in Bad Hersfeld scheinen in Minuten verflogen. Dazwischen liegt überraschtes, herzhaftes Lachen über die Regieanpassung der Texte von Günter Neumann durch Stefan Huber, in der Bad Hersfeld als Spielstätte so ernst genommen wird, dass die Gruppe von Harry Trevor eigens hierher gekommen ist, um eine musikalische Version von ´Der Widerspenstigen Zähmung´aufzuführen, die sie als ´die richtige Wahl für Bad Hersfeld empfinden, und Katharine Mehrling in der Rolle der Lilli Vanessa den Bundespräsidenten einlädt, bei seinem zukünftigen Besuch nicht nur ´Maria Stuart´zu sehen, sondern auch ´ihr kleines Musical´. Ein brillanter Seitenhieb auf die mangelnde Anerkennung des Genres in der Theaterlandschaft und Gesellschaft.(...)Stefan Huber und seinem Team ist eine Inszenierung gelungen, mit dem der Musicalklassiker...im Hier und Jetzt angekommen ist. Ohne grelle Clownerien und aufgepfropfte Symbolik hat Huber in dem Klassiker manch Neues entdeckt, seine Stärken herausgearbeitet und mit einer von den Hauptrollen bis zum Ensemble herausragenden Besetzung eine wahrhaft in die Stiftsruine gehörende Produktion auf die Beine gestellt."