Theater Baden-Baden

Der Gig

Douglas J. Cohen

Musical
Europäische Erstaufführung

Premiere: 10.03.2006
Inszenierung: Stefan Huber
Musikalische Leitung: Hans-Georg Wilhelm
Choreographie: Stefan Huber
Bühnenbild: Karel Spanhak
Kostüme: Heike Seidler
Lichtdesign: Walter Fässler
Sounddesign: Martin Ryszka

Darsteller

Sebastian Mirow, Karl Heinz Herber, Susanne Tremper, Ole Solomon Junge, Volkrer Ringe, Oliver Jacobs, Lorenz Liebold, Berth Wesselmann, Horst Hildebrandt, Nadine Kettler, Katharina Kottmeier

Stückinfo
"Wir spielen jetzt seit 12 Jahren ein Mal die Woche zusammen – das ist länger als meine erste Ehe." Ein Engagement, ein Gig! Zwei Wochen lang können die sechs leidenschaftlichen Feierabendmusiker als Hotelband in einem Ferienort auftreten. Gemeinsam zu jazzen, das ist ihr Ein und Alles. Doch der Schritt in die Professionalität ist schwerer als gedacht: Das Lösen aus den bürgerlichen Berufen und den familiären Beziehungen fällt nicht allen leicht, und der Ersatzbassist hat gewöhnungsbedürftige finanzielle Ansprüche und musikalische Vorstellungen. Kurz: Die Träume der Jungs vom glanzvollen Leben als Profi-Musiker treffen, mit allen komischen und ernsten Konsequenzen, auf die Realitäten des Musikeralltags. Die größte Herausforderung steht allerdings noch bevor: Die gealterte Starsängerin Ricki Valentine versucht im Hotel ihr Comeback – und die Band soll sie begleiten! Ähnlich wie "Comedian Harmonists" erzählt das 1996 uraufgeführte Musical Der Gig von den Hoffnungen und Träumen einer Gruppe von Musikern – mit viel menschlichem Witz und Ironie. Die Enttäuschungen des Musikerdaseins und die harten Wahrheiten des Lebens stehen sie aufrecht durch, weil sie "ein Haufen Kerle sind, die ihre Musik nicht wegen Anerkennung oder Geld machen, ... sondern weil es sich geil anfühlt". Die Musik ist swingender Jazz vom Feinsten, wobei die Darsteller ihre Instrumente nicht spielen müssen – sie singen sie.
Szenenfotos
Presse

Christiane Lenhardt, Badisches Tagblatt

....Der junge Schweizer Regisseur Stefan Huber geht die Sache langsam an, verzichtet auf demonstrativen Drive oder überhitztes Tempo - allzu Konventionelles, Glattes, fängt er geschickt auf durch gut dosierten Witz. Sein spielfreudiges Ensemble glänzt mit prägnanten Typen und vor allem mit dem versierten Dreh, dass sich Singstimmen wie selbstverständlich in Instrumente verwandeln...

Badische Neueste Nachrichten

Wenn ein Amerikanisches Musical erst zehn Jahre nach seiner Entstehung die europäische Erstaufführung erlebt....dann mag das auf den ersten Blick etwas skeptisch stimmen....Doch nach der Premiere ist der leise Verdacht, an einen Ladenhüter geraten zu sein, verflogen: Vier Wochen nach der letzten Aufführung seines musikalischen Klamauk-Knallers "Hochsaison" hat Regisseur Stefan Huber dem Haus erneut beschwingtes Entertainment beschert....Hubers Inszenierung konzentriert sich ganz auf die Figuren, und das Ensemble gestaltet seine Szenen so schmissig wie die Jazznummern..... Ein Abend, der zeigt, wie gut "gute Unterhaltung" sein kann, wenn sie gut gemacht ist.

Angela Reinhardt, Fachzeitschrift 'musicals'

Warum erst jetzt? Ganze zehn Jahre dauerte es, bis dieses originelle Kammermusical von Douglas J. Cohen...nun dank Musicalregisseur Stefan Huber nach Europa gelangt ist.(...) Cohen hätte sich auch keinen besseren Regisseur für die Erstaufführung wünschen können als Stefan Huber, der die unterschiedlichen Geschichten und Charaktere der einzelnen Musiker wunderbar herausarbeitet, ihre Macken und Eitelkeiten ironisch zum Exzess treibt und immer wieder zarte Zwischentöne für die Verletzlichkeit jedes Einzelnen findet. Das komische Timing der Inszenierung ist so hinreißend wie das gesamte Baden-Badener Ensemble.(...) Mit der Ausgrabung von 'Der Gig' liefert also wieder einmal ein kleines Theater den Beweis, dass man für einen herrlich komischen, unterhaltsamen Musicalabend keine Bühnen- und Kostümorgien, keine Pophymnen, keine Märchen und Helden braucht. Die Alltagshelden sind echter, sympatischer und so viel witziger.