Stadttheater Bern

Schrottengel - Geschichten vom alltäglichen Wahnsinn

Petr Zelenka

Schauspiel
Schweizer Erstaufführung

Premiere: 31.03.2007
Inszenierung: Stefan Huber
Bühnenbild: Raphael Barbier
Kostüme: Heike Seidler
Lichtdesign: Hanspeter Liechti
Sounddesign: Guy Kaganovsky

Darsteller

André Benndorff, Marcus Signer, Fabienne Biever, Heidi Maria Glössner, Horst Warning, Grazia Pergoletti, Andreas Herrmann, Silvia Pfändner, Stefano Wenk, Julia Maurer, David Voges.

Stückinfo
Immer mehr osteuropäische Stücke gelangen in die deutschsprachigen Theater. Die Komödie SCHROTTENGEL des Tschechen Petr Zelenka verbindet dabei den lakonischen Humor der Filme von Kaurismäki mit der Beredsamkeit der älteren östlichen Autoren, die Seelenwärme fundierter Menschenliebe mit der sozialen Problematik einer sich schnell verändernden Gesellschaft. SCHROTTENGEL zeigt lauter charmante Sonderlinge, die man aus den Beizen der Berner Altstadt zu kennen glaubt. Sie sind einsam und sehnen sich nach Liebe und Anerkennung. Sie scheinen sonderbar und sind doch ganz normal. Um ihre Einsamkeit zu besiegen, stellen sie immer verrücktere Dinge an und werden immer liebenswerter. Sie führen absurde Dialoge in pointierten Szenen und werden dabei sehr unterhaltsam. Unter der Anarchie des Stückes liegt eine tiefe Melancholie verborgen, die uns all diese Lebenskünstler so nahe bringt. Petr Zelenka hat an der Prager Filmhochschule studiert. Bereits sein Regiedebüt, der Film Mnága – Happy End (1996), wurde preisgekrönt, wie alle seine weiteren Filme. SCHROTTENGEL – Geschichten vom alltäglichen Wahnsinn , sein erstes Theaterstück, das er selbst in Prag uraufgeführt hat, wurde gleichfalls mit Preisen bedacht.
Szenenfotos
Presse

Walo von Fellenberg, Blick

´Schrottengel´, das erste Theaterstück des tschechischen Filmemachers Petr Zelenka (39), erlebte am Samstag eine begeisterte Schweizer Erstaufführung im Stadttheater Bern. Regie führte der bekannte Sitcom- und Theaterregisseur Stefan Huber.....´Schrottengel´ ist eine spannende Montage von ausserordentlich echt zund zum Schiessen komisch gespielten psychologischen Miniaturen....

Eva Buhrfeind, Solothurner Zeitung

...Stefan Huber...mäandert durch diesen Mikrokosmos zwischenmenschlicher Missverständnisse und verzweifelter Einsamkeiten, zwischen tragikomischer Comedy und Slapstick-Pychodrama. Mit einem filmhaften Flackern zappt seine durchaus originelle Inszenierung durch existenzielle Gefühlsspots und dramatische Momente. Ein bisschen metaphysische Häppchen hier, ein wenig Sinnbildhaftes dort, der Wortwitz gibt sich spröde, die Atmosphäre irrlichternd fremd....

Noemi Gradwohl, Berner Zeitung

...Regisseur Stefan Huber...betont die Komödie, ohne den Blick fürs Ganze zu verlieren. Als Dreiklang mit der Teppichlandschaft...und sozialmiefigen Outfits schöpft er gänzlich das Potenzial dieses gut konstruierten Stücks aus. Ihm helfen dabei die Schauspielerinnen und Schauspieler, die ihre schwierige Aufgabe gekonnt meistern: Sie leben die Verschrobenheit ihrer Figuren aus, ohne sich über sie lustig zu machen

Brigitta Niederhauser, Der Bund

...Den latent melancholischen Heroismus des rührigen Trüppleins, das sich mit Selbstbetrug und seltsamen Freundschaften über Wasser hält, illustriert Regisseur Stefan Huber mit fast heimelig anmutendem Ost-Mief....Manchmal wird dieser allerdings allzu wohlig ausgestaltet, was der sonst gelungenen Inszenierung ein paar Harmlosigkeiten und Längen beschert....