Staatstheater Nürnberg

Sweet Charity

Cy Coleman/Neil Simon

Musical

Premiere: 27.02.2010
Inszenierung: Stefan Huber
Musikalische Leitung: Kai Tietje
Choreographie: Markus Buehlmann
Bühnenbild: Harald B. Thor
Kostüme: Susanne Hubrich
Lichtdesign: Olaf Lundt
Sounddesign: Boris Brinckmann
VIDEO

Darsteller

Frederike Haas, Alen Hodzovic, Gerd Achilles, Stephanie Dietrich, Franziska Lessing, Cedric Lee Bradley, Ansgar Schäfer, Rachel Colley, Jeanette Claßen, Sabine Ruflair, Arthur Büscher, Wolf Bader, Eric Rentmeister, Andreas Roeder,

Stückinfo
Nächstenliebe, Menschenfreundlichkeit, Wohltätigkeit – all das bedeutet der Name "Charity". Und Charity, die mit Zweitnamen auch noch Hope (Hoffnung) heißt, macht ihrem Namen alle Ehre. Denn sie hat in all den Jahren, in denen sie als Animierdame ihre ganz spezielle berufliche Art von Wohltätigkeit ausgeübt hat, niemals ihren Glauben an die echte, ewige Liebe und an die Güte der Menschen verloren. Und das, obwohl sie immer wieder an Männer gerät, die ihre unverdorbene, vertrauensselige Art schamlos ausnutzen. Eines Tages lernt sie den neurotischen Buchhalter Oscar kennen, der ihr einen Heiratsantrag macht. Charity schöpft erneut Hoffnung, dass er sie aus dem halbseidenen Milieu heraus in ein "ganz normales" Leben führen wird und bringt den Mut auf, ihm ihre Vergangenheit zu eröffnen. Doch auch Oscar bekommt im letzten Moment das große Flattern. Federico Fellinis Film "Die Nächte der Cabiria" (1957) stand Pate für das Musical "Sweet Charity", das unter der Regie von Bob Fosse 1966 am Broadway uraufgeführt und noch im selben Jahr für 12 Tony Awards nominiert wurde. Cy Coleman lieferte dazu unvergessliche Songs wie "Big Spender", "If My Friends Could See Me Now" und "I Love To Cry At Weddings" nach Gesangstexten von Dorothy Fields. Die ebenfalls von Fosse inszenierte Verfilmung mit Shirley MacLaine in der Titelrolle brachte "Sweet Charity" 1969 endgültig den Welterfolg, der sich bis zum jüngsten Broadway-Revival im Jahre 2005 fortgesetzt hat. Grund genug, 2010 in Nürnberg eine weitere Neuproduktion auf die Bühne zu bringen – unter der Leitung von Regisseur Stefan Huber, einem der erfolgreichsten Musical-Spezialisten im gesamtdeutschen Raum, der sich dem Nürnberger Publikum bereits in der Spielzeit 2008/2009 mit seiner überaus erfolgreichen Inszenierung des Musicals "Silk Stockings" vorgestellt hat. (Text: Staatstheater Nürnberg)
Szenenfotos
Presse

Ralf Rühmeier,

...Stefan Huber gelingt es scheinbar mühelos und immer mit sicherem Gespür für exzellentes Timing, trotz der großen Bühne in den kleinen Szenen Intimität und Nähe herzustellen. Ebenso mühelos schafft er aber auch, große Bilder zu entwerfen...

Jörg Beese,

Ein großer Wurf ist dem Staatstheater Nürnberg und Regisseur Stefan Huber mit der Inszenierung von "Sweet Charity" gelungen...An der Noris ist Stefan Huber nun eine sehr sehenswerte und trotz der Länge kurzweilige Inszenierung gelungen, die in weiten Teilen amüsiert, aber nie den melancholischen Faden vernachlässigt. Dabei wählte er eine sehr interessante Form der Inszenierung, denn Huber präsentiert seine Hauptakteurin dem Zuschauer sozusagen im direkten Focus und erzählt deren Geschichte vielsagenderweise auf "zirzensische" Art und Weise...Regisseur Stefan Huber hat mit viel schwarzem Humor gearbeitet, um das eigentlich eher angestaubte Broadway-Musical zeitgemäß umzusetzen. Ist die Szene zu Beginn, als eine große Meute an Parkbesuchern sich an der scheinbar ertrinkenenen Charity weidet, noch eine etwas plumpe Anspielung auf den Voyeurismus unserer Zeit, so steigert sich Huber mit zunehmender Dauer immer mehr zu einem Meister der verbalen und mimischen Inszenierung...Und es gelingt Huber auch, einen nahtlosen, nicht zu abrupten Übergang zum eher nachdenklich ausgerichteten zweiten Akt zu inszenieren...Eine gelungene Metamorphose, die das Kreativteam hier inszeiert hat..

Monika Beer, Der Fränkische Tag

Mit "Sweet Charity" landet das Staatstheater Nürnberg wieder einen Musical-Hit. Die eigens dafür engagierten Solisten singen, tanzen und spielen in der Inszenierung von Stefan Huber so, als wäre das die natürlichste Sache der Welt...Nach „Silk Stockings“ ist das schon der zweite große Musical-Wurf, der am Opernhaus Nürnberg zu erleben ist, seitdem Peter Theiler dort Intendant ist. Er hat erneut auf das schon zu seinen Gelsenkirchener Zeiten bewährte Team gesetzt, und es fällt nicht schwer zu prophezeien, dass die weiteren 18 „Sweet-Charity“-Vorstellungen bald ausverkauft sein werden, denn nichts spricht sich besser herum als eine Aufführung, bei der das Publikum richtig gut unterhalten wird. Der Regisseur Stefan Huber, der Choreograph Markus Buehlmann, die Ausstatter Harald Thor (Bühne) und Susanne Hubrich (Kostüme) sind offensichtlich so gut aufeinander eingespielt, dass ihnen genau das gelingt, was mit am schwersten ist: mit einfachen Mitteln szenische Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit auf die Bühne zu zaubern – selbst in den absurdesten Momenten...Dabei hat die Regie bei allem Sinn für temporeiches Entertainment durchaus ein Auge für den Ernst des Lebens. Schon das 1. Bild hat es in sich. Wenn Charity im Central Park von ihrem „Verlobten“ ausgeraubt und ins Wasser gestoßen wird, gibt es jede Menge Passanten, die nur glotzen und nicht helfen...Bleibt also nur noch ein Wunsch an Peter Theiler: Der Initiator des Nürnberger Musical-Wunders möge seinem Erfolgsteam als nächstes eine schwere Oper überantworten. Wer weiß, ob das nicht auch mitreißend gelingt.

Eleonore Birkenstock, BR-Klassik

Die Nürnberger Inszenierung von „Sweet Charity“ ist eine solide, unterhaltsame und durchaus sehenswerte Produktion...

Sabine Schnurrer, blickpunkt musical

Manege frei für Charity Hope Valentine! Wenn die Bühne des Opernhauses in Nürnberg sich in einen Zirkus verwandelt, darf man gespannt sein und wird sicherlich nicht enttäuscht werden. Unter der Leitung von Regisseur Stefan Huber verzaubert das Revuegirl Charity ihr Publikum...Was bleibt, wenn man knapp drei Stunden gemeinsam mit Charity gelacht, gelebt und gelitten hat? Die Einsicht, dass "so etwas wie sie heute gar nicht mehr hergestellt wird". Dieses Zitat aus dem Stück darf man getrost auch auf das Musical übertragen. Es hat Herz und nicht nur Kommerz und "wenn sie nicht gestorben ist, so hofft sie auch noch heute". Eine Charity Hope Valentine zu kennen, schadet grundsätzlich nie.