Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Silk Stockings

Cole Porter

Musical

Premiere: 29.09.2006
Inszenierung: Stefan Huber
Musikalische Leitung: Kai Tietje
Choreographie: Markus Buehlmann
Bühnenbild: Harald Thor
Kostüme: Susanne Hubrich
Lichtdesign: Jürgen Rudolph
Sounddesign: Marc Schneider-Handrup

Darsteller

Anke Sieloff, Leah Gordon, Gaines Hall, Urs Affolter, Joachim G. Maaß, Eric Minsk, Daniel Drewes, Christoph Wettstein, Stephanie Dietrich, Martina Lory, Cornelia Löhr, Kira Primke, Katja Uhlig, Carolin Soyka, Chris Brewer, Joachim Quirin, Eric Rentmeister, Jochen Schaible, Christian Sollberger, Frank Wöhrmann, Georg Hansen

Presse

Hans-Jörg Loskill, Westdeutsche Allgemeine Zeitung

POP SIEGT ÜBER "KALTEN KRIEG" Cole Porters Musical "Silk Stockings" erreicht in der Publikumsreaktion Traumwerte: minutenlange Ovationen nach der Premiere im ausverkauften Haus Stefan Huber (Regie), Kai Tietje (musikalische Leitung) mit Band, Harald Thor (Bühne), Markus Buehlmann (Choreographie), Leah Gordon (Janice Dayton), Anke Sieloff (Nina Yaschenko) und Gaines Hall (Steven Canfield) sowie das gesamte Ballett sind Garanten für einen neuen Musicalcoup im Großen Haus: Cole Porters "Silk Stockings" (1955) wird als herrlich verquere Persiflage auf den "Kalten Krieg" inszeniert. Nach "Anything goes" wird das Haus wieder bei dem US-Komponisten fündig. Diese im Dialogwitz noch bessere "Ausgrabung" besitzt alle Vorteile zum Dauerbrenner und Kassenfüller. Minutenlang wurden alle Mitwirkenden vom ausverkauften Haus gefeiert. Ein paar Claqueure entlarvten sich schon während der Premiere als völlig überflüssig. "Fans" dieser Art hat das MiR nicht nötig. Die Sowjet-Agentin Nina Yaschenko, eingefleischte Kommunistin, soll in Paris drei Moskauer Funktionäre und den Komponisten Pjotr I. Boroff auf ideologischen Kurs bringen. Doch die Hardlinerin erliegt selbst dem Charme der Seine-Metropole und erst recht dem des US-Dandys Steven Canfield. Und so singt sie folgerichtig (auf russisch): "Ganz Paris träumt von der Liebe..." Bis Steven und Nina sich endgültig finden, müssen noch einige Revue-Seitenwege und Show-Hindernisse überwunden werden. So banal einige Szenen im Handlungsgefüge (George S. Kaufman, Leueen McGrath, Abe Burrows) wirken - die kessen Dialoge, die die Dickköpfe des kalten Kriegs veralbern, die flotte Sohle des Tanzteams und die guten Besetzungen der personalintensiven Musik-Komödie schwemmen Trivialität und Klischees charmant hinweg. Hubers Regie treibt das Tempo unerbittlich voran, die Bilder reihen sich filmisch aneinander. Die (zuweilen zu laute) Musik aus dem Graben bringt Tietje schnell auf rockigen Kurs. Und bei dem Weltsong "Ganz Paris" darf eleganter Sound einziehen. Publikumsfavoritin Anke Sieloff und Dauer-Sonnyboy Gaines Hall bekommen hier Konkurrenz aus dem MiR-Ensemble. Denn die junge Kanadierin Leah Gordon als Filmdiva reißt sofort das Geschehen an sich - durch die ideale Mischung aus Gesang, Tanz, Sprache und Spiel. Sie bekennt sich augenzwinkernd zur lässigen Naivität einer mit allen Wassern gewaschenen Leinwand-Größe. Wer denkt da noch an Greta Garbo, die einst als Agentin Yaschenko im Film von 1939, Vorlage für Porters Bühnenversion, die Männerköpfe verdrehte. Ganz Gelsenkirchen träumt nun von diesen Musical-Motiven und -Melodien.

Peter Bisling, Online Musik Magazin

UNSER BROADWAY LIEGT IN GELSENKIRCHEN Mal wieder liegt unser Broadway in Gelsenkirchen und wer in den letzten Jahren die Musicalinszenierungen des Musiktheaters im Revier (MiR) mit staunend offenem Mund und Ohren verfolgt hat, wird auch diesmal nicht enttäuscht. Die neueste Produktion von „Silk Stockings / Ninotschka“ übertrifft alle Erwartungen, und nicht nur der Rezensent fragte sich nach der Premiere, ob und wie man so ein musikalisches Spitzen-Event überhaupt demnächst noch toppen kann. ....Doch was wäre aus dem Musical ohne ein so begnadetes Produktionsteam wie die Truppe um Regisseur Stefan Huber geworden.? Der erfahrene Schweizer Regisseur hatte mit Anything Goes am MiR 2003 seinen grandiosen Einstand gegeben um sich nun wieder zusammen mit Harald Thor (Bühne) und Susanne Hubrich (wunderbar zeitgemäße und farbeprächtige Kostüme!) selber zu übertreffen. So sieht das Dream-Team fürs Musicaltheater aus, das muss es sein! ....Cole Porter at its Best! Eine perfekte Musical-Produktion auf allen Ebenen. Wer fern aller Konserven verstehen möchte, was den Reiz und die Kongenialität dieser Musik ausmacht, muss diese „Silk Stockings“ gesehen und erlebt haben.

Arnold Hohmann, Westfälische Rundschau

KOMMUNISTIN IN SEIDENSTRÜMPFEN Cole Porters Musical „Silk Stockings“ begeistert am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier Ohne Dortmund oder Essen Unrecht tun zu wollen, aber das Zentrum hoher Musicalkunst ist derzeit beim Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen zu finden. Stefan Hubers Inszenierung von Cole Porters „Silk Stockings“ ist ein neuer Beweis... Stefan Hubers Inszenierung gibt nich einfach nur sowjetische Klischees der Lächerlichkeit preis, sondern schlägt auch kritische Töne im Hinblick auf die Leichtfertigkeit des westlichen Showbusiness an. Daneben trumpft sie mit dem hohen Leistungsstand auf, den das Musiktheater über viele Jahre erreicht hat.

Bernd Aulich, Recklinghäuser Zeitung

ROTE KOMMISSARIN ERLIEGT DEM CHARME VON PARIS Gelsenkirchen: Hinreißende Inszenierung des Porter-Musicals „Silk Stockings“ An der Broadway- Bühne des Reviers, am Gelsenkirchener Musiktheater, wird aus „Silk Stockings“, den „Seidenstrümpfen“, ein ironisch gebrochener, nostalgisch angehauchter Abgesang auf ein gerade mal anderthalb Jahrzehnte zurückliegendes Zeitalter der Konfrontation. Hinreißend spielt der Schweizer Regisseur Stefan Huber auf der Klaviatur der Klischees Porters amerikanischen Sarkasmus unterfüttert er mit europäischer Skepsis, die ihn davor bewahrt, den brisanten Kern der scheinbar unvereinbaren Prinzipien dem Klamauk preiszugeben. Vor drei Jahren hat Huber mit seinem Team hier schon Porters „Anything Goes“ als Feuerwerk der Showeffekte auf die Bühne gebracht. Ein solches Feuerwerk der Pointen entzündet er zur Gaudi des mit Szenenbeifall keineswegs geizenden, am Ende jubilierenden Gelsenkirchener Premierenpublikums auch in „Silk Stockings“.

Karsten Mark, Ruhr Nachrichten vom 5. Okt. 2006

GANZ GELSENKIRCHEN TRÄUMT VON DER LIEBE Musical: Das Publikum feiert die „ Silk Stockings“ im Musiktheater Die „Seidenstrümpfe“ haben alles, was man sich für einen Musical-Abend wünscht: intelligenten Witz, originelle Details und Darsteller, die sowohl singen, spielen als auch tanzen können. Joachim Gabriel Maaß ist als Sowjet- Funktionär Ivanov eine wirklich gute Besetzung, und Anke Sieloff spielt als Ninotschka eine ihrer glänzendsten Rollen überhaupt. Intendant Peter Theiler hat auf ein Team gesetzt, das ihm vor drei Jahren schon einmal mit einem Cole-Porter-Stück einen Erfolg bescherte.